Resita Rallye
| Eingetragene Teilnehmer | 68 |
| Teilnehmer Gruppe H | 12 |
| Typ der Ralley | Asphalt |
Rallye Banat Montan führt durch die Berge südlich von Resita in Richtung Anina-Steierdorf, Oraviţa und Bozovici. Die Strecken sind sehr schnell; grösste Herausforderung sind auf den neu asphaltierten Strassen die „zugekiesten" Kurven und auf den „alten" Strassen der schlechte Zustand. Ausserdem war ein Mammutprogramm geplant: knapp 500 zu fahrende Kilometer und rd. 170 km Sonderprüfungen auf Bestzeit - ein Belastungstest für Mensch und Material.
Unsere Vorbereitung
Die Sonderprüfungen (SP) liegen sehr nahe beieinander, somit konnten wir ohne Zeitdruck und zum Glück auch ohne technische Probleme das Training absolvieren. Zwei neue SP waren gegenüber dem Vorjahr in das Programm aufgenommen worden: entlang eines engen, canyonartigen Flusstales, zwischen Felswaenden und Fluss, mit vielen schnellen, aber auch sehr scharfen, engen Kurven - eine tolle Rallyestrecke.
Tag 1 der Ralley: Freitag, 11.04.2007
Bedingungen:
Wetter: bewölkt
Asphalt: trocken
Trotz angesagtem Regen und vielen Wolken blieb es trocken und wir starteten das Freitagsprogramm von 4 SP mit Trockenreifen. SP 1 „Resita" startet in Resita in Richtung Anina und geht bis Carasova. Eine sehr schnelle Prüfung auf neuer Strasse, d.h. in fast allen Kurven war durch das Abkürzen der Strecke über die gekiesten Seitenstreifen, Kies auf die Strasse gewühlt - findet man nicht die „saubere" Spur ist bei Geschwindigkeiten zwischen 120 und 160km/h ein Abflug fast unvermeidlich.
Zur SP 2 „Oravita" war eine grosse Runde bis Oravita zu fahren; die SP führt von Oravita bis Anina und hat bergauf und bergab viele schnelle Etappen und Kurven. Die Strecke ist an vielen Stellen extrem schlecht und die grössten Löcher waren waehrend der Trainingstage vor der Rallye mit Kies aufgefüllt worden - eine weitere Herausforderung!
SP 3 führt von Anina nach Carasova zurück - wieder auf neuer Strasse, sehr schnell zu fahren mit einer Mischung aus schnellen und engen, scharfen Kurven und Kehren. Extreme Aufmerksamkeit war wieder gefordert, um in den zugekiesten Kurven die Ideallinie zu finden. In einer der schnellen Kurven hatten wir bei rd. 150km/h die saubere Spur nicht optimal erwischt und hatten grosse Mühe, unseren Evo auf der Strasse zu halten und nicht gegen die Betonbegrenzung zu schleudern.
SP 4 ist SP 1 in entgegengesetzter Richtung, d.h. von Carasova nach Resita, mit gleichen Bedingungen nur dass die „Kiesbetten" in den Kurven nunmehr aus beiden Richtungen gefüllt waren und es noch schwieriger war, die Ideallinie zu finden. Am Ende einer der schnellen Kurven, vor einer scharfen Rechtskurve, erwischten wir nicht den optimalen Bremspunkt und unser Evo brach aus - wir hatten ihn schon fast wieder abgefangen, erwischten jedoch mit dem vorderen rechten Kotflügel/Stosstange/Scheinwerfer/Motorhaube die Leitplanke und da die Strasse an dieser Stelle sehr schmal ist, passte es nicht mehr. Zum Glück „nur" ein Blechschaden und wir konnten schnell wieder Fahrt aufnehmen, hatten jedoch rd. 10-15 Sek. verloren.
Trotz des „Ausrutschers" lagen wir am Ende des ersten Tages auf einem sehr guten 3. Platz in unserer Gruppe, hinter dem Team Pitigoi mit einem Ford Focus WRC und dem Team Abraham mit einem Mitsubishi Evo 9.
Tag 2 der Ralley: Samstag, 12.04.2008
Bedingungen:
Wetter: stark bewölkt, Regen
Asphalt: trocken - feucht - nass
Es hatte in der Nacht geregnet, so dass vermutlich einige der im Wald liegenden Bergabschnitte noch nass oder zumindest feucht waren, obwohl die Strassen in Resita trocken waren.
Wir entschieden uns, mit Intermediate zu starten und hatten für den „Aussenservice"in Bozovici sowohl Trockenreifen als auch neue Intermediate vorbereitet.
Die erste Runde von vier SP startete mir der SP 1 des Vortages; die Strecke war weitgehend trocken, bis auf die Abschnitte im Wald, die feucht und rutschig waren. Gleiche Bedingungen auf der SP 5 von Carasova nach Anina; da rd. die Haelfte der Strecke im Wald liegt war die Gefahr des „Abfliegens" in einer der feuchten, schmierigen Kurven entsprechend höher.
Wir meisterten beide SP ohne Probleme und starteten die SP 7 nach Bozovici durch das canyonartige Flusstal - hier war fast die komplette Strecke feucht und durch den schlechten Strassenbelag extrem rutschig. Wir fuhren dennoch eine gute Zeit und lagen vor dem Regrouping zur SP 8 weiterhin auf Platz 3. Da das Wetter unbestaendig blieb entschieden wir, mit Intermediate weiterzufahren. Zurück im Service in Resita regnete es und wir starteten die letzte Runde mit Regenreifen - wieder eine richtige Wahl, denn auf der letzten grossen Runde von vier SP regnete es fast ununterbrochen und wir mussten nicht nur mit der schon schwierigen Strecke sondern auch noch mit Aquaplaning kaempfen.
Dazu kam, dass unsere Kupplung starke Verschleisserscheinungen zeigte und wir hatten noch rd. 60 km Sonderprüfungen vor uns sowie eine grosse Runde zurück nach Resita zu fahren. Die Herausforderung haette kaum grösser sein können - und zwei „Verfolger" dicht hinter uns.
SP 9 und 10 liefen noch einigermassen gut; auf SP 11, einer 18,5 km lange Bergauf- und Bergabetappe liess die Kupplung stark nach und wir kaempften, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Wir checkten die Zeiten und hatten unseren Vorsprung noch knapp halten können. Auf der letzten SP 12 „rutschte" die Kupplung bei jeder Beschleunigung; wir fuhren extrem hochtourig, um die Geschwindigkeit halten zu können, was das Auto natürlich auch noch instabil machte, gleichzeitig regnete es in Strömen und die Strecke war extrem rutschig.
Wir schafften es ohne „Ausrutscher" und konnten sogar unseren Vorsprung knapp behaupten: wir beendeten die Rallye auf einem tollen 3. Platz in unserer Gruppe und im Gesamt auf Platz 15.
Fazit
Eine sehr schöne Rallye, mit langen und anspruchsvollen SP. Eine Herausforderung an die 68 Teams und aufgrund der Wetterbedinungen zusätzlich spannend und voller Überraschungen; für uns wegen der technischen Probleme eine zusätzliche Herausforderung und daher ein tolles Ergebnis.
Auch in der Meisterschaft der Gruppe H liegen wir mit 9 Punkten auf dem 3. Platz.
Ein Dank gilt erneut unserem Team von MIT Motors für die gute Vorbereitung unseres Evo und allen unseren Sponsoren.
BRK-Rally Team