• English
  • German
  • Romanian

Sibiu Rallye

 

Erste Schotterrallye der Saison

Teilnahme für Brk-Team in letzter Minute in Frage

Härtetest für die Autos

 

Rallye Sibiu ist die härteste Schotter-Rallye der Saison: die Sonderprüfungen (SP) finden um das Gebiet Hohe Rinne (Păltiniș) statt und die Strecken sind fast ausnahmslos felsige und steinige Wald- und Wiesenwege mit extremen Unebenheiten und Löchern, die man eigentlich nur im Schrittempo fahren sollte. Somit ist die Schnelligkeit nicht das einzig Entscheidende, um diese Rallye zu gewinnen, und jedes Team, das die Rallye beendet, kann sich als „Sieger" fühlen.

 

In diesem Jahr waren zwei zusätzliche Prüfungen in die Rallye aufgenommen worden und der Anteil der SP erhöhte sich somit auf über 160 km.

 

Unsere Vorbereitung

Das Training stand unter der Frage unserer Teilnahme. Erst in letzter Minute erhielten wir die Schotterfedern für unser Fahrwerk und beim Einbau wurde ein Teil eines Stossdämpfers beschädigt, so dass wir am Mittwoch, d.h. einen Tag vor dem offiziellen Start der Rallye, noch ein Ersatzteil in Holland bestellen mussten.

 

Da der offizielle Start der Rallye am Donnerstag abend mit einer Präsentation der Teams und Fahrzeuge auf dem Grossen Ring (Piața Mare) in Sibiu stattfand, musste unser Evo mit einem kaputten Stossdämpfer nach Sibiu gebracht werden; Dan Slave von unserem Team wartete in Bukarest am Flughafen auf das Ersatzteil, damit wir in der Nacht nach der Präsentation reparieren konnten.

 

Kurz nach der formalen Anmeldung unseres Teams zur Rallye am Donnerstag nachmittag erhielten wir die Nachricht, dass das Ersatzteil anstatt nach Bukarest von TNT nach Timișoara geliefert worden war! Unser Team mit dem Evo war noch auf dem Weg nach Sibiu, Dan wartete in Bukarest und wir hatten bei der Präsentation auf dem Grossen Ring zu erscheinen. Gem. Reglement war die Teilnahme an der Präsentation Pflicht, im Falle des Nichterscheinens war jedoch kein Ausschluss sondern eine Geldstrafe vorgesehen. Wir riskierten, die Strafe zu bekommen und fuhren los nach Timișoara. Geschätzte Fahrzeit hin- und zurück: 8 - 10 Stunden!

 

Bei dieser Aktion bekamen wir jedoch tolle Unterstützung von Banat Car (BMW) aus Timișoara

und ein Mitarbeiter, George Barhoata, holte das Ersatzteil vom Flughafen in Timișoara ab und fuhr uns entgegen. Somit waren wir gegen Mitternacht wieder zurück in Sibiu und die Reparatur konnte beginnen.

 

Die Fahrwerkseinstellungen, Spur und Geometrie konnten somit nur manuell gemacht werden, aber wir hofften, dass dies für die Schotterstrecken ausreichend war.

 

 

 

Tag 1 der Rallye: Freitag, 18.07.2007

Bedingungen: sonnig, bewölkt und gewittrig; Wald- und Wiesenwege: grösstenteils nass und Rutschig.

 

Am Freitag standen drei SP auf dem Programm. Es wurde zweimal die „Santa" auf der Hohen Rinne (Paltinis) talwärts gefahren und die „Superspeciala" auf einem Cross-Gelände am Stadtrand von Sibiu. Da es die Tage vor der Rallye teilweise heftig geregnet hatte, waren die Strecken feucht bis nass und auch die Santa eine Mischung aus aufgewühltem Sand, Kies und Erde mit tiefen Spurrillen. Am Freitag war es zunächst trocken und wir konnten die erste Santa ohne Probleme fahren. Danach setzte heftiger Regen ein und die zweite Tour wurde zur Rutschpartie auf matschiger Erde und aufgewühltem, rutschigen Kies.

 

Die tradionelle Superspeciala, ein 4 km langer Kurs, der von zwei Autos parallel gefahren wird und ein Spektakel für die Zuschaür ist, war ebenfalls aufgweicht, so dass wir spektakulär für die rd. 3000 Zuschauer um die engen Kurven drifteten und trotzdem mit 1,56 min. eine gute Zeit fuhren. Am Ende des ersten Tages lagen wir auf Platz 3 in unserer Gruppe.

 

Tag 2 der Rallye: Samstag, 19.07.2007

Bedingungen: sonnig und trocken;

Wald- und Wiesenwege grösstenteils trocken und staubig, im Wald noch feucht und rutschig.

 

Der zweite Tag begann mit einer Runde aus vier SP; die erste SP „Sadu" ist eine sehr schnelle Etappe auf breiten Kieswegen entlang eines Flusses. Wir fuhren mit 4,08 min. die drittschnellste Zeit in unserer Gruppe. Die nächste SP „Gâtu Berbecului" ist ein 28km langer „Härtetest" für die Autos hoch auf Paltinis; der erste Teil mit vielen engen Kurven war an den nicht felsigen Stellen noch aufgeweicht und sehr rutschig. Der zweite Teil, die Bergetappe, ist eine reine Felsetappe und extrem kaputt und somit entsprechend schwierig zu fahren: um die Felsen herum oder mit Mut zum Risiko darüberfahren. Wir entschieden, unser Auto zu schonen, verloren aber eine Minute auf unseren Verfolger, das Team Berari, und lagen somit nur noch auf dem vierten Platz. Die sechste SP wurde aufgrund eines havarierten Autos auf der engen Bergabfahrt von Păltiniș annuliert und somit lediglich in normaler Geschwindigkeit durchfahren.

 

SP 7 „Călugaru" führt wieder hoch auf Păltiniș, dieses Mal von Orlat; diese SP ist neben „Sadu" die einzige der gesamten Rallye, die nicht so zerstörerisch für die Autos ist. Der erste Teil führt sehr schnell durch die Wiesen hinter Orlat, gefolgt von einer Bergetappe mit engen Kurven und Kehren. Wir rutschten in einer der schnellen Kurven im ersten Teil leicht aus der Spur und verloren somit Zeit und einen Teil unseres Unterbodenschutzes.

 

Nach dem Service in Sibiu wurden zwei Runden mit jeweils zwei SP gefahren, „Crinti", eine 28km lange „Extremstrecke" von Săliște aus durch die Berge Richtung Sibiel. Fast die gesamte Strecke ist extrem kaputt und das Auto „springt" über die Steine, Felsbrocken und Bodenwellen, teilweise war es ausserdem noch sehr sandig und rutschig. Auch hier galt es die richtige Mischung zwischen Geschwindigkeit und Sicherheit zu finden, um keinen technischen Ausfall zu riskieren. Trotz nicht zu aggresiver Fahrweise hatten wir etwas unter dem Auto beschädigt und stellten im Service fest, dass die Befestigung des hinteren Differentials abgerissen war. Wir konnten es im Service nur provisorisch wieder befestigen und mussten die letzten beiden SP daher sehr vorsichtig fahren, um nicht zu riskieren, dass die Befestigung völlig abriss.

 

Auf der SP 8 war das Team Pițigoi mit dem Ford Focus WRC auf Platz 1 liegend ausgefallen, so dass wir auf einem „sicheren" dritten Platz in die letzte Runde gehen konnten und es galt, unseren Evo sicher ins Ziel zu bringen. Die provisorische Befestigung unseres Differentials hatte sich nach wenigen Kilometern auf der „Crinti" wieder gelockert und wir versuchten möglichst allen grossen Steinen auszuweichen und die Bodenwellen „verhalten" anzufahren. Wir überstanden die 28km lange SP und hatten nur noch die letzte „Călugaru" vor uns, die im Vergleich zur vorangegangenen SP eher „glatter" Schotter ist. Es traten keine Probleme auf und wir mussten nur noch den Service erreichen, um die Befestigung nochmals zu erneuern für die Zieldurchfahrt.

 

Auf dem zweiten Platz liegend fiel in der letzten SP das Team Berari/Sandu mit technischen Problemen aus und wir hatten somit die Rallye auf dem zweiten Platz hinter dem Team Abraham/Silasi beendet.

 

Fazit

Rallye Sibiu ist immer eine Herausforderung; nur 20 im Ziel angekommene Teams sprechen eine deutliche Sprache für die hohen Anforderungen! Für uns ein tolles Ergebnis, dass unsere Taktik auf „Ankommen" zu fahren, bestätigt hat. Ein grosser Dank gebührt insbesondere unserem Team von MIT Motors, das wieder bis in letzter Minute an unserem Evo gearbeitet hat,um eine Teilnahme moeglich zu machen, und allen anderen, die uns unterstützen. Der Meisterschaftsstand sieht somit wie folgt aus:

Aufgrund der extremen Materialbeanspruchung in Sibiu werden wir unseren Evo einer Generalüberholung bei Gätmo in Frankreich unterziehen lassen und neben den normalen Revisionsarbeiten wie Stossdämpfern, Kupplung, Differentiale, Getriebe etc. jetzt auch Radlager, Spurstangen, Antriebswellen usw. prüfen und ggf. erneürn lassen, um für die nächste Etappe optimal vorbereitet zu sein.

 

BRK-Rallye Team